Die Radsportler der Rad-Union Wangen starteten am Sonntag in die Saison 2024.
Es war gleich ein richtiger Kracher, den sich die Elite-Mannschaft der Rad-Union zum Einstieg in die Saison ausgesucht hat: Statt beim Trainingsrennen in Gaienhofen zu starten, wo sie im Vorjahr einen Doppelsieg inkl. Platz fünf und sechs erringen konnten, reisten die Allgäuer ins schweizerische Lodrino (Kanton Tessin) um am GP Ticino teilzunehmen. Dort begaben sie sich mit Fahrern aus 14 Nationen auf die 128 km lange Runde, welche mit einem 400 Höhenmeter-Anstieg aufwartete.
Am Donnerstag gab Simon Wittmann von der Rad-Union Wangen beim UCI C2 Bahnrennen im schweizerischen Grenchen im Omnium sein Bahndebüt. Ein Omnium besteht ähnlich wie beim Mehrkampf in der Leichtathletik aus mehreren verschiedenen Disziplinen, welche ein Gesamtranking ergeben. Dabei konnte er unter den 22 Fahrern aus 8 Nationen, die meisten Profis und Nationalmannschaftsfahrer, mithalten und einen soliden 18. Rang erkämpfen. Gestartet wurde mit dem Scratchrennen über 10km bei dem Simon sich auf Rang 17 einreihte. Im Anschliessenden Temporennen konnte er mit Rang 14 seine Position in der Gesamtwertung verbessern. Beim Darauffolgenden Rennen Ausscheidungsfahren belegte er Platz 18. Beim abschliessenden Punkterennen konnte 24-jährige bei der ersten Sprintwertung noch Punkten, musste anschliessend jedoch abreissen lassen und belegte den 18. Rang.
Am vergangenen Sonntag fand in Heidelberg das vierte von sechs Rennen des elektroland24.de Cyclocross Cups statt. Valeria Kleiner, die für die Rad Union Wangen an den Start ging und ihr zweites Cyclocross Rennen absolvierte, erreichte den fünften Platz. Die ehemalige Profi-Fußballspielerin hat vor vier Jahren mit dem Triathlon begonnen, mittlerweile zieht es sie immer mehr in den Radsport.
Der Wettkampf fand auf einer schweren, sehr schlammigen Strecke statt. Zusätzlich galt es eine technisch anspruchsvolle Sandpassage zu meistern. Cyclocross, oder Radquer, wird mit leicht modifizierten Rennrädern bestritten, welche den Gravel-Bikes nicht unähnlich sind. Die Belastungsdauer ist dabei vergleichsweise kurz: bei den Frauen sind es nur 40 Minuten. Bei meist ungemütlicher Witterung, gepaart mit Lauf- und Tragepassagen sowie dem erwähnten Schlamm, fordert diese Disziplin jedoch spezielle Charaktere. So umfasste das Starterfeld auch nur neun Damen, war aber stark besetzt. Unter anderem stand mit der Mountainbike Fahrerin Theresia Schwenk eine Athletin aus dem Cross-Country Weltcup-Zirkus am Start. Schwenk beendete das Rennen auf Platz drei hinter Lisa Heckmann vom Velociped-Club 1899 Darmstatt und Katharina Kurz von der Radsport Rhein-Neckar e.V.
Nach dem Rennen kommentierte Kleiner: „Das Rennen war sehr herausfordernd für mich. Im Triathlon ist zum einen die Krafteinteilung wichtig, zum anderen ist es Rad-technisch nicht sehr anspruchsvoll. Im Cyclocross hingegen braucht es technisches Geschick und es wird von Anfang bis Ende Vollgas gegeben. Das ist gutes Training, bringt Wettkampfhärte und Radbeherrschung und wird mich dadurch auch auf der Straße weiterbringen.“
Eine kleine Auswahl der Wangener Radsportler hat an drei offroad-Radrennen in Baden-Württemberg und der Schweiz teilgenommen.
Bereits Anfang Oktober machten sich Xaver Bochtler, Marcel Neidinger und Peter Clauß auf den Weg nach Waldmössingen im Landkreis Rottweil, um am dortigen Gravelrennen teilzunehmen. Die recht neue Disziplin des Gravelns – zu Deutsch: auf Schotter fahren – stammt aus den USA, wo sich die teilweise mehrere Hundert Kilometer langen Rennen wachsender Beliebtheit erfreuen. Die Staub- und Schotterpisten des Mittleren Westens bieten einen idealen Schauplatz dafür.
Der Waldmössinger Wettkampf erstreckte sich im Gegensatz dazu über nur 48 Kilometer. Neidinger war von seiner Teilnahme am Ulmer Halbmarathon in der Vorwoche noch zu müde, um den Anschluss an die Spitzengruppe zu halten. Clauß und Bochtler gelang dies, sodass im Finale einer vierköpfigen Spitzengruppe vertreten waren. Clauß, der das Rennen im Vorjahr gewonnen hatte, konnte dem Tempo acht Kilometer vor Schluss nicht mehr folgen und überquerte als vierter die Ziellinie. Bochtler musste sich nur dem überlegenen Vogter Mountainbiker Daniel Gathof den Vortritt lassen und beendete das Rennen als zweiter.
Bochtler: „Ich bin sehr überrascht, aufs Podium gefahren zu sein. Ich hatte kein spezielles geländetaugliches Fahrrad, sondern habe einfach etwas breitere Reifen in mein Straßenrennrad gebaut. Wenn es feucht gewesen wäre, hätte ich bestimmt Probleme mit der Traktion gekriegt. Aber es war trocken, da hatte ich Glück.“