Licht und Schatten für Wangener Radsportler

Rad-Union Wangen zieht gemischte Bilanz aus dem zurückliegenden Doppel-Wochenende

So langsam füllt sich der Rennkalender. Mit den Rennen in Berghüllen bei Ulm und Eschborn bei Frankfurt am Main standen bereits die Wettkämpfe Nummer sieben und acht auf dem Plan. Am Samstag ging es auf 130 leicht welligen Kilometern über durchweg schmale Landwirtschaftssträßchen und Betonplattenwege. Die maximale Starterzahl von 100 Sportlern war trotz Limitierung der Fahrerzahl pro Mannschaft auf fünf bereits nach wenigen Tagen ausgefüllt.

Da das Rennen am Sonntag in Eschborn ein weiteres Qualifikationsrennen für die Deutsche Kriteriumsmeisterschaft war und sich Johannes Herrmann und Marco Barke beim ersten Versuch in Chemnitz nicht qualifiziert hatten, war es angedacht diese beiden Fahrer am Samstag zu schonen.

Soweit der Plan. Johannes Herrmann ignorierte diesen und fuhr gleich zu Beginn mit einer fünf-köpfigen Spitzengruppe auf und davon. Das Rennen dahinter drohte einzuschlafen. Nur wenige Sportler schafften es noch sich vom Feld abzusetzen. Einer von Ihnen war Peter Clauß, der mit einer siebenköpfigen Verfolgergruppe die inzwischen fast zwei Minuten große Lücke zur Spitzengruppe zu schließen. „Licht und Schatten für Wangener Radsportler“ weiterlesen

Levi Meßmer siegt in Blaustein.

Mit einem eindrucksvollen Auftritt ist der Wangener nun gänzlich in der Männer-Klasse angekommen.

Der SSV Ulm hat es mit einem durchdachten Anti-Corona-Konzept geschafft ein Straßenradrennen zu organisieren. Dabei sollte eine 4,8 Kilometer lange Runde 25-mal absolviert werden. Die ohnehin schon schwere, weil hügelige Strecke wurde durch etliche Kurven und rauen Asphalt weiter verschärft. Hinzu kamen einstellige Temperaturen und zeitweise starker Regen, was den Wettkampf zu einer wahren Härteprüfung für Mensch und Material auswachsen lies.

Ein Cocktail, offenbar ganz nach Meßmers Geschmack. Nachdem das Peloton bereits während der ersten Runden von ca. 80 Athleten auf 15 Fahrer zusammengeschrumpft war, attackierte der 20-jährige mutig und begab sich zunächst allein auf die Verfolgung einer zweiköpfigen Spitzengruppe. Dass es sich bei einem der gejagten um Miguel Heidemann, Vollzeit-Radfahrer vom Continental Team Leopard handelte und das Ziel noch in weiter Ferne lag, nahm der angehende Student der Landwirtschaft billigend in Kauf.

Dazu Meßmer: „Ich habe gemerkt, dass den anderen so langsam die Luft ausgeht. Einige hatten tatsächlich platte Reifen, die meisten aber kamen wahrscheinlich nicht mit der nassen Kälte zurecht. Also hab ich durchgezogen.“

Kurze Zeit später konnte Robin Fischer (Team Erdinger Alkoholfrei) zum Wangener aufschließen. Vernünftiger Weise wurde das Radrennen um fünf Runden gekürzt, nachdem sich ab der Hälfte auch keine wesentliche Änderung an der Rennsituation ergeben hat. Einzig Meßmers Vereinskollege Peter Clauß, der für das team erdgas schwaben startet, setzte sich ebenfalls allein ab und versuchte Meßmer und Fischer einzuholen. 

Nach einer weiteren Verkürzung des Rennens auf schlussendlich 18 Runden überquerte Meßmer als Gesamt-Dritter die Ziellinie. Zuvor musste Fabian Kruschewski (Team embrace the world) neben Heidemann der zweite Fahrer in der Spitzengruppe, seinen Begleiter ziehen lassen und fiel auf Platz neun zurück. Da Meßmer in der Amateurklasse startet, welche zwar zusammen mit der Elite-Amateurklasse startet, dann im Ergebnis aber gesondert gewertet wird, konnte er sich als Sieger feiern lassen. 

Clauß beendete als Gesamt-Vierter und Dritter der Elite-Amateurklasse das Rennen. Johannes Herrmann und Silias Motzkus (beide team erdgas schwaben) waren lange ebenfalls an der Spitze des Rennens, mussten dann aber dem Wetter Tribut zollen und das Rennen aufgeben. Fabian Danner (ebenfalls team erdgas schwaben) und Franz Schlachter (Team Maloja Pushbikers) wurden Opfer des Plattenteufels und beendeten aus diesem Grund das Rennen ebenfalls vorzeitig.

Am kommenden Sonntag starten die genannten Allgäuer in Ilsfeld-Auenstein bei dritten Bundesligarennen der Saison. Dort kann Meßmer mit Unterstützung seiner Teamkollegen der Radunion Wangen seine Form auf der großen Bühne des deutschen Amateurradsports präsentieren.

Emil Herzog ist Deutscher Meister in der Jugend U 17-Klasse

Am letzten Sonntag wurden in Bruchsal-Obergrombach die Deutschen Meisterschaften der Schüler und Jugend ausgefahren. Von der Radunion Wangen am Start waren Emil Herzog und Neo Otto in der U17 Klasse. Malcom Otto startete im Rennen der U15 Fahrer. Bei frischen Temperaturen um 11 Grad und böigen Wind nahmen über 150 Teilnehmer das Jugendrennen auf dem 12,4 km langen Rundkurs in Angriff, der sechs Mal zu bewältigen war.

Die anspruchsvolle Strecke forderte die Jungs sehr und es gab viele Stürze, die zumeist glimpflich endeten. Emil Herzog ließ von Anfang an nichts anbrennen und fuhr meist als Tempomacher in der Führungsposition. Das Fahrerfeld war daraufhin langgezogen und die ersten Fahrer mussten den Zug fahren lassen. Der Unionsfahrer fasste sich ein Herz und griff schon in der zweiten Runde an. Dieser Attacke konnte nur Mateo Groß (RV Concordia Reute) standhalten und so fuhren die beiden Ausreißer an der Spitze. Der Vorsprung wuchs von Kilometer zu Kilometer. Eine 20-köpfige Verfolgergruppe versuchte vergeblich, mit in die Entscheidung einzugreifen aber die beiden Ausreißer waren zu stark.

An den Anstiegen ließ Mateo den Wangener das Tempo machen und versuchte, nicht zu viele Körner zu verlieren. Emil Herzog legte das als Schwäche aus und attackierte nochmals.

Mateo Groß konnte dem Tempo nicht mehr folgen und musste sich geschlagen geben. Emil fuhr „Solo“ die letzten beiden Runden und baute den Vorsprung immer weiter aus. Somit war die Entscheidung gefallen und überglücklich fuhr der Wangener als neuer Deutscher Meister über die Ziellinie. Emils Verfolger erreichte das Ziel ganze drei Minuten später. Die übrig verbliebenen 18 Fahrer hatten im Ziel einen Rückstand von fünf bis 12 Minuten. Neo Otto und alle weiteren Fahrer lagen aussichtslos zurück und wurden bedingt durch die vielen Stürze vom Kampfgericht aus dem Rennen genommen.   

Malcom Otto stürzte in der U 15-Klasse das erste Mal, als das Feld eine 180 Grad Kurve zu schnell anfuhr. Einige Fahrer fuhren gerade aus weiter, die anderen versuchten noch die Kurve zu bekommen und stürzten ebenfalls. Der Unionsfahrer konnte den auf dem Boden liegenden Fahrer nicht mehr ausweichen und fiel erneut. Das Feld war gesprengt in viele kleine Gruppen und Einzelfahrer. Malcom fuhr sich von Runde zu Runde wieder vor. Leider erwischte es ihn wieder und er überschlug sich im Acker. Da ein Aufgeben für ihn bei seiner ersten „DM“ keine Option war kämpfte er sich als 94. über die Ziellinie. Er hat viel dazu gelernt…. fürs nächste Mal.

Herrmann erneut Zweiter bei virtuellem Bundesliga-Rennen

Quelle: Zwift Inc.

Johannes Herrmann von der Rad-Union Wangen hat beim zweiten Wertungsrennen der diesjährigen Bundesliga-Serie, welche auf der Online-Platform zwift ausgetragen wird, erneut den zweiten Platz belegt. Schneller war nur ‒ wie auch schon im ersten Rennen ‒ der Hamburger Lucas Carstensen vom Team Bike Aid. Damit ändert sich natürlich auch in der Gesamtwertung, abgesehen davon, dass die beiden Führenden ihre Punktzahlen verdoppeln, nichts. Als Austragungsort des Rennens am vergangenen Samstag wurde das virtuelle Abbild der Weltmeisterschaftsrunde von 2018 in Innsbruck gewählt. Fünf Runden à neun Kilometer waren zu absolvieren, jede gespickt mit einem kurzen, knackigen Anstieg, welcher bereits in der ersten Runde die Spreu vom Weizen trennte. Neben Herrmann konnten sich außerdem Raphael Bertschinger und Thomas Lienert in der Spitzengruppe halten. Dominik Vollmer, Peter Clauß und Dennis Claßen mussten die Top-Fahrer dagegen ziehen lassen. „Herrmann erneut Zweiter bei virtuellem Bundesliga-Rennen“ weiterlesen

Herrmann Zweiter im zweiten Bundesliga-Radrennen auf Zwift

Noch strahlen die Sterne am klaren Nachthimmel über der Wüste des amerikanischen Westens. Weitab jeder Zivilisation erwarten 343 Radsportler und -sportlerinnen ungeduldig den Start ihres Radrennens. Als der Countdown abläuft, beginnt die wilde Hatz. Auf breiten Straßen schlängelt sich das riesige Fahrerfeld mit Volldampf vorbei an vom Wind geformten Gesteinsformationen. Niemand trägt eine Startnummer, viele auch keinen Helm. Das Peloton passiert eine kleine Stadt, die an Las Vegas erinnert. Gleich darauf beginnt der entscheidende Anstieg des Rennens. Mit zunehmender Höhe wird die Vegetation grüner, sogar Mammutbäume säumen die Strecke.

Thomas Lienert kämpft in seiner Münchner Wohnung ums Überleben. Der Lüfter, ihm von Angesicht zu Angesicht platziert, läuft auf Volllast. Herzfrequenz 180, seit 15 Minuten. Seine Freundin hat er des Zimmers verwiesen, nachdem sie sich zu sehr über ihn lustig gemacht hatte.  „Herrmann Zweiter im zweiten Bundesliga-Radrennen auf Zwift“ weiterlesen